09.12.2022

Reisetipps Australien & Sonstiges

Tim hat während seines Auslandssemesters in Melbourne viel erlebt. Im seinem fünften und letzten Blogbeitrag berichtet er, was ihr an den Wochenenden unternehmen könnt und wohin ihn seine Touren in der Midsemesterbreak und nach Ende des Semesters geführt haben.


Reisetipps & Sonstiges

In Melbourne an sich und auch in der Umgebung wird dir nicht langweilig werden, das verspreche ich dir. Egal ob du ein Nachtmensch bist oder eher auf Kultur stehst wird hier meiner Meinung nach jeder fündig, man muss nur mal durch das CBD laufen und entdeckt an jeder Ecke spannende neue Sachen oder wird einfach von Leuten angequatscht.
 

The Kooks Konzert in Melbourne


Und wenn es dann aus der Stadt rausgeht, nehmen die Möglichkeiten nicht gerade ab. Ich kann natürlich nur aus meiner Perspektive sprechen, aber ich hatte bei Weitem nicht genug Zeit um alles, was ich erkunden wollte zu entdecken. Aber um das bestmöglich hinzukriegen habe ich mir gleich am Anfang mit drei Freunden zusammen ein Auto gekauft, dadurch waren wir sehr flexibel und haben uns, wenn alles klappt, auch einiges an Geld gespart.

Ich wollte unbedingt so viel wie möglich surfen gehen, genauso wie meine Mitstreiter auch, weshalb wir uns neben dem Auto ebenso Surfboards gekauft haben und dann ein bis zweimal die Woche den Weg von etwas über einer Stunde nach Torquay, Ocean Grove oder Wye River auf uns genommen haben, um uns in die Wellen zu stürzen. Das war während dem australischen Winter anfangs auch noch wirklich erfrischend und dicker Neopren plus Schuhe essentiell.

Die neuen stolzen Besitzer eines Volvo XC70Eines der ersten Male im Ozean mit unseren neuen Boards in Wye River


Apropos Sachen anschaffen, als letztes Item habe ich mir noch ein gebrauchtes Rad hier in Melbourne gekauft. Das war sehr nützlich für den Weg zur Uni, bzw. wenn ich in Clayton Uni hatte, zumindest den Weg nach Caulfield zum Shuttlebus. Auch das würde ich auf jeden Fall empfehlen, einerseits weil man so noch ein bisschen mehr Bewegung bekommt und außerdem sich das Geld für die Öffis (2,30 AUD pro Weg mit Concession) spart. Allerdings aufgepasst, der australische Führerschein ist in keinster Weise mit dem deutschen vergleichbar, ein Schulterblick vor dem Abbiegen ist hier eher die Ausnahme… das heißt man muss sowohl für sich als auch die anderen mitdenken und noch ein Tipp, fahrt bloß nicht durch Fußgängerzonen mit dem Fahrrad, das kostet hier nämlich 300 AUD, ich spreche aus Erfahrung.
Ein weiterer Tipp in der Umgebung ist Philips Island, drei Autostunden entfernt. Hier kann man Pinguine bestaunen und eine sehr schöne Natur, die Great Ocean Road gibt es natürlich auch noch, eine atemberaubende Küstenstraße, welche bei Torquay beginnt.

Irgendwo im dichten Wald an der Great Ocean RoadMount Sugarloaf – hier wird’s eng!


Wer sich vom Meer wegbewegt, kommt schnell in ein bisschen hügeligeres Gelände, dort ist der Mount Sugarloaf zum Beispiel eine Wanderung wert oder auch eine Weintour empfehlenswert.

Noch ein bisschen weiter weg ist Wilson‘s Promotory oder auch die Grampians, zwei Nationalparks, welche für Naturfans so einiges zu bieten haben. Sogar Ski fahren kann man, wenn man gegen Juli oder August hier aufkreuzt. Ob sich das dann lohnt ist die andere Frage, da sind wir in Deutschland schon verwöhnt mit den Alpen als Nachbarn.
Diese ganzen Sachen habe ich mal am Wochenende während dem Semester machen können. Die erste größere Reise kam dann in der Midsemesterbreak (bevor du auf die Idee kommst, wie der Name vermuten lässt, die Midsemesterbreak sei in der Mitte; nein, Sie ist warum auch immer fast am Ende des Semesters ^^). Wir sind die knapp 1700 km nach Byron Bay gefahren, einer der Suferhotspots an der East Coast und ich habe es wirklich nicht bereut. Einmal den doch sehr frischen Temperaturen in Melbourne entkommen und auch Byron Bay als solches zu erleben, sollte keiner, der an der East Coast rauf oder runter geht vermissen.

Byron Bay

In Byron durften wir Bekanntschaft mit Haien, Delphinen, Walen, Spinnen und sogar Schildkröten machen. Für mich waren diese Momente ziemlich angsteinflößend, aber die meisten Locals sind da sehr entspannt mit und bleiben sogar im Wasser, wenn eine Finne 100 m entfernt vorbeigleitet. Was das ganze Wildlife hier angeht, ist glaube ich einfach eine gesunde Vorsicht wichtig, also nicht querfeldein barfuß in den Wald laufen, Sitzbänke im Dunkeln einmal kurz nach Spinnen abchecken bevor man sich draufsetzt und so weiter. Was das Surfen angeht gibt es zwei Grundregeln, die mehr oder auch weniger Sinn ergeben..  Gehe niemals bei Nacht surfen und sei niemals derjenige der am weitesten draußen ist. Die Umsetzung der Zweiten Grundregel mag manchmal schwierig sein, aber gibt vielleicht ein kleines Gefühl dafür wie man sich in etwa verhalten soll.

Das wirkliche Reisen geht bei mir aber jetzt erst los, nach der Uni. Als allererstes ging es für mich einmal mitten rein in den roten Kontinent, zum Uluru, besser bekannt als Ayers Rock. Der Normalverbraucher fliegt dafür nach Alice Springs oder direkt nach Yulara (der Ort direkt neben dem Uluru). Wir dachten uns, wir nutzen unser Auto mal richtig und fahren die 2200km mit unserem guten alten Volvo… Am allerersten morgen sind wir erstmal gar nicht losgekommen, weil unsere Batterie leer war. Nach diesem überragenden Start konnte es dann nur noch besser werden und tatsächlich abgesehen von einem platten Reifen hat so ziemlich das meiste so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Beeindruckenste an dieser Reise war, neben dem Uluru, zu sehen wie sich Australien verändert hat, von dem grünen, teilweise noch von Floodings geplagten Melbourne wurde es nach Adelaide ganz schnell rot, trocken, sandig und vor allem, heiß.
 

Blick von oben auf die endlosen Weiten im Outback – klein und weiß in der Mitte: ein Roadtrain mit drei Anhängern und etwa 50 m lang


In unserer kleinen klimatisierten Kiste war das sehr unwirklich durch 38 Grad die ganze Zeit geradeaus zu fahren und alle halbe Stunde mal einem anderen Auto zu begegnen.

Im Nachhinein war diese Reise gar nicht mal so ungefährlich. Der Platten hätte an einer blöderen Stelle passieren können und so weiter, Netz gibt es dort oben nämlich in 99% der Fälle nicht. Ganz vielleicht sollte man sich da bei einem nächsten Mal ein bisschen besser vorbereiten. Trotzdem; wenn die Zeit da ist, würde ich das jedem empfehlen! Anschließend hat es mich nach Tasmanien verschlagen, wo wir mit unserem Auto mit Dachzelt an unheimlich schönen Orten übernachten konnten und die Insel quasi einmal gegen den Uhrzeigersinn abgefahren sind.


Auch das war eine sehr schöne Zeit. Nachts wurde es hier knapp an die Null kalt, drum warmen Schlafsack einpacken… Bay of Fire oder der Cradle Mountain waren hier ein paar Highlights, bei zweitem hat es am Ende sogar noch geschneit. Kaum zurück in Melbourne ging es dann hoch die Ostküste, bzw. 60km weit. Von dort an hat unser Motor seltsame Geräusche von sich gegeben. Das hat sich dann auch der nächste Mechaniker angehört, um uns nach kurzem zuhören mitzuteilen, dass unser Auto einen Totalschaden hat. Kurzum der Motor ist hinüber. Das war damit auch ein großer Dämpfer für unsere Pläne. Fünf Tage später hatten wir uns dann davon erholt und einen Alternativplan aufgestellt. Ab jetzt gab es ein Downgrade und wir reisen mit dem Bus, Pluspunkt dafür; ab jetzt mit Dusche und richtigem Bett im Hostel anstatt im vollgepackten Auto. So geht es jetzt die Ostküste hoch, im Januar möchte ich dann noch nach Neuseeland reisen und zum Schluss besuche ich noch einen Freund in Nepal. Ich bin gespannt, was sich auf diesen Reisen noch alles ergibt, was klappt und vielleicht auch manchmal nicht klappt .
Wenn ich mir nun nach allem was so passiert ist überlege was ich vielleicht eher hätte wissen wollen und damit für dich interessant sein könnte, vor allem was Reisen angeht; Hostels würde ich immer möglichst früh buchen, weil die schnell voll werden, genauso wie Busfahrten zum Beispiel bei Greyhound. Hier noch einmal den Spezialtipp; wenn du einmal doch zu spät bist beim Bus buchen; Meistens kommen ein paar Leute nicht die Plätze im Bus gebucht haben, heißt wenn du dann zu der Uhrzeit parat stehst und den Busfahrer nett fragst nimmt er dich meistens auch ohne Reservierung mit  - hat bei uns zumindest zu dritt inkl. Surfboard geklappt. Leitungswasser ist nicht immer gleich Trinkwasser, besonders wenn es in trockenere Gegenden geht. Immer schön eincremen, aber denke das versteht sich von selbst … ansonsten ist Australien eines der unkompliziertesten Länder in denen ich gereist bin, es hat an allen größeren Orten kostenlose Toiletten und überall nette Menschen welche einem sogar im Outback beim Reifen flicken helfen. Außerdem fand ich es gar nicht so wichtig alle Hauptsehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern für mich wurden auch viele der kleinen Dinge am Wegesrand zu Highlights auf dem Trip.